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Veranstaltung in Hann. Münden am 7. Juni 2018

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Integration und Qualifikation von Migranten in Fachwerkstädten - Fachwerktriennale 2019

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 Fotos: D. Wetzestein
Fotos: D. Wetzestein

Diana Wetzestein

Hannoversch Münden. Hier sind die "Gastarbeiter" der 1960er und 70er Jahre längst und gut integriert. Sie bewohnen in der dritten Generation zahlreiche Gebäude in der historischen Altstadt. Integration braucht einen langen Atem und besonderes Engagement. Der Denkmalpfleger Burkhard Klapp hat beides bewiesen. „Aus heutiger Sicht behaupte ich, dass mindestens die Hälfte der denkmalpflegerischen Arbeit die Arbeit mit den Menschen ist und der Rest die fachliche Arbeit am Denkmal“, sagte Klapp bereits im Jahr 2012 beim Niedersachsentag.


"Integration und Qualifikation", ein aktuelleres Thema hätte die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte (ADF) für die Fachwerk Triennale 19 kaum wählen können. Acht von zehn Fachwerkstädten stellten ihre Projekte vor, an denen sie ein Jahr weiterarbeiten und im Herbst die Ergebnisse präsentieren werden. 26 Teilnehmer des Workshops diskutierten über bürgerschaftliches Engagement, Qualifikation in Baufachberufen und Wohneigentumsbildung in einer Fachwerkstadt.
Im historischen Gebäude "Ochsenkopf", begrüßte Prof. Manfred Gerner, Präsident der ADF, am vergangenen Donnerstadt die Projektbeteiligten aus vier Bundesländern sowie Mitarbeiter von Arbeitsagenturen und weiteren Kommunen.   „Möglicherweise hängt die Zukunftsfähigkeit der EU davon ab, wie wir mit der Integration umgehen werden. "Die Verunsicherung in der Gesellschaft macht unser Projekt, das vor allem die Zukunftsfähigkeit unserer Mitgliederstädte zum Ziel hat, zu einer Herausforderung", so Prof. Gerner. Jeder vierte Migrant, der seit 2015 nach Deutschland gekommen sei, habe einen Job, etwa jeder fünfte einen sozialversicherten Arbeitsplatz, zitierte Prof. Gerner den Generalanzeiger. Mit etwa 180.000 Personen sei die Beschäftigungszahl von Geflüchteten dennoch relativ gering. Im vom Personalmangel gezeichneten Handwerk sieht Gerner für Migranten gute Chancen auf Qualifikation und Integration innerhalb der Fachwerkstädte.
"Die Herausforderung der Stadtentwicklung und des Stadtmanagements werden immer größer. Wir müssen andere, eigene Lösungsansätze finden, die auf kleinere und mittlere Fachwerkstädte zugeschnitten sind und diese voranbringen", so Dr. Ferber vom projektbegleitenden Büro STADTLAND GmbH aus Leipzig. "Wir merken, dass wir mit den vorhandenen Instrumenten nicht weiterkommen und arbeiten mit der Triennale 19 gemeinsam an einer Schnittstelle zwischen Integration, Migration und der Stadtentwicklung.
"Mit dem Internationalen Baucamp Steinrode wollen wir im Modell einen Lösungsansatz finden, den andere Fachwerkstädte übernehmen könnten", sagte Bürgermeister Harald Wegner. Das Baucamp findet vom 9. bis 21. Juli statt. Unter der Anleitung von Handwerksmeistern werden bis zu 25 einheimische und ausländische Jugendliche ein Fachwerkhaus bauen und richten. Dabei werden handwerkliche Fertigkeiten vermittelt und die Deutschkenntnisse verbessert. Die Initiative „ein münden“ hat die Leitung dieses Camps übernommen. Weitere Teilnehmerstädte sind Duderstadt, Celle, Salzwedel, Eschwege, Spangenberg, Herborn, Seligenstadt, Riedlingen und Neumünster.